Dollar-Bullen übernehmen wieder die Kontrolle: USD/JPY durchbricht 162, Märkte blicken auf Fed-Protokoll
Der US-Dollar ist diese Woche wieder am Ruder und schüttelt den enttäuschenden Non-Farm-Payrolls-Bericht vom letzten Donnerstag ab, um auf breiter Front zuzulegen. Der herausragende Beweger ist USD/JPY, das wieder über die Marke von 162,00 gestiegen ist, da Händler den Zinspfad der Federal Reserve und die Zurückhaltung Japans, an den Devisenmärkten zu intervenieren, neu bewerten.
Dollar gewinnt nach kurzem NFP-Einbruch wieder an Dynamik
Der US-Arbeitsmarktbericht der letzten Woche verfehlte die Erwartungen und löste einen scharfen, aber kurzlebigen Dollar-Ausverkauf aus. Der Greenback hat seitdem alle diese Verluste und mehr wieder wettgemacht, wobei der Dollar-Index (DXY) wieder in Richtung 13-Monats-Hochs klettert. Die wichtigste Erkenntnis aus den NFP-Daten ist, dass sie zwar die Erwartungen an mehrere Fed-Zinserhöhungen in diesem Jahr dämpfen, aber bei weitem nicht schwach genug sind, um eine aggressive Einpreisung von Zinssenkungen zu rechtfertigen.
Die Märkte haben die hawkischen Erwartungen zurückgeschraubt, aber das zugrunde liegende Narrativ bleibt intakt: Die US-Wirtschaft übertrifft weiterhin ihre Konkurrenten, und die Fed unter Vorsitzendem Kevin Warsh behält eine datenabhängige, aber weitgehend hawkische Haltung bei. Angesichts der in den letzten Sitzungen steigenden Ölpreise sind die Inflationsaussichten komplizierter geworden, was die Fed möglicherweise länger auf Straffungskurs halten könnte.
USD/JPY: Wieder über 162, da Japan stillhält
Der Yen bleibt das schwächste Glied unter den Hauptwährungen. USD/JPY ist wieder über 162,00 gestiegen, nachdem es am Freitag kurz unter 160,50 gefallen war, als Spekulationen aufkamen, dass die japanischen Behörden die feiertagsbedingt dünne Sitzung für eine Intervention nutzen würden. Diese Intervention blieb aus, und Händler haben schnell wieder Long-Dollar-Positionen aufgebaut.
Das japanische Finanzministerium hat verbale Warnungen ausgesprochen, aber die Geschichte zeigt, dass Intervention allein selten eine nachhaltige Yen-Stärke liefert. Ohne eine überzeugende Änderung der geldpolitischen Haltung der Bank of Japan — insbesondere aggressive Zinserhöhungen und eine stärkere Forward Guidance — dürften sich interventionsbedingte Yen-Gewinne als vorübergehend erweisen. Der makroökonomische Hintergrund begünstigt weiterhin einen weiteren USD/JPY-Anstieg, wobei der technische Widerstand nun bei 163,00 und 164,00 liegt.
Wichtige Ereignisse dieser Woche: ISM-Dienstleistungen und FOMC-Protokoll
Die Händler konzentrieren sich nun auf zwei wichtige Ereignisse. Der ISM-Dienstleistungs-PMI (erwartet 54,2 vs. 54,5 zuvor) wird ein entscheidendes Update zur Gesundheit der US-Wirtschaft liefern. Ein Wert deutlich über oder unter den Erwartungen könnte die Zinserwartungen verschieben. Später in der Woche wird das FOMC-Sitzungsprotokoll vom Juni Aufschluss darüber geben, ob Warshs hawkischer Ton einen breiten Konsens im Ausschuss widerspiegelt oder ob es aufkommende Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Dynamik gibt.
Sofern das Protokoll keine gemäßigtere Haltung offenbart, als die Märkte derzeit erwarten, sollten die Zinsdifferenzen den Dollar gegenüber dem Yen und anderen renditeschwachen Währungen weiterhin stützen.
Ölpreisanstieg trübt die Aussichten
Steigende Ölpreise haben sich als neue Unbekannte erwiesen. Der jüngste Anstieg des Rohöls droht, die Inflation hoch zu halten, was den Kurs der Fed erschwert und möglicherweise eine Wende zu Zinssenkungen verzögert. Diese Dynamik hat bereits GBP/USD beeinflusst, wo der Dollar die Oberhand zurückgewonnen hat, und belastet risikosensitive Währungen auf breiter Front.
Was Händler beobachten sollten
- USD/JPY-Unterstützung bei 161,50-161,95 — ein Bruch unter diese Zone würde eine bärische Verschiebung signalisieren
- ISM-Dienstleistungs-PMI — eine Abweichung vom Konsens von 54,2 könnte scharfe Dollar-Bewegungen auslösen
- FOMC-Protokoll — jegliche gemäßigte Abweichung innerhalb des Ausschusses wäre dollar-negativ
- Ölpreisentwicklung — anhaltende Rohölstärke hält Inflationsängste am Leben und stützt den Dollar
Für Händler, die sich positionieren möchten, bleibt der Weg des geringsten Widerstands bei USD/JPY nach oben gerichtet, solange die Unterstützung bei 161,50 hält. Angesichts der Tatsache, dass sich das Paar auf Mehrjahrzehnte-Hochs befindet, ist jedoch Risikomanagement unerlässlich — das Interventionsrisiko ist zwar gesunken, aber nicht vollständig verschwunden.
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